Aurora Eos: Polarlicht

Polarlichter mit dem Handy fotografieren: Einstellungen für iPhone, Samsung Galaxy und Pixel

Dein Handy fängt Polarlichter besser ein, als du sie mit bloßem Auge siehst. Hier die besten Einstellungen für den Nachtmodus des iPhone, den Pro-Modus des Samsung Galaxy und die Astrofotografie des Pixel, ein Startpunkt für Kameras, was in den Rucksack gehört und wie du rund um Neumond und Vollmond im November 2026 fotografierst.

Veröffentlicht am 26. Oktober 2026Aktualisiert am 26. Oktober 2026Deutsch (Deutschland)
Polarlichter mit dem Handy fotografieren: Einstellungen für iPhone, Samsung Galaxy und Pixel

Nach „Welche Tage soll ich buchen?“ höre ich von Leuten, die eine Polarlicht-Reise planen, am häufigsten: „Wie fotografiere ich das eigentlich?“ Die gute Nachricht: Du brauchst keine teure Kamera. Ein aktuelles Handy fängt mit den richtigen Einstellungen erstaunlich gut Polarlichter ein. Oft wirkt das Foto sogar farbintensiver als das, was du mit eigenen Augen gesehen hast.

Im November sind die Nächte an Polarlicht-Zielen lang, und rund um den Neumond am 9. November folgen mehrere dunkle, mondlose Nächte. Wer seine Handy-Einstellungen vor der Abreise übt, fummelt später weniger mit steifen Fingern herum. Unten findest du die Einstellungen, mit denen ich bei iPhone, Samsung Galaxy und Pixel anfangen würde, einen Startpunkt für Kameras und Tipps für Mondlicht.


Deine Kamera sieht mehr Polarlicht als deine Augen

Als ich mein erstes Polarlicht in Ottawa in Kanada sah, wirkte es mit bloßem Auge bei Weitem nicht so spektakulär wie auf Fotos. Doch die Bilder dieser Nacht zeigen deutlich einen grünen Vorhang mit Strahlen, die nach oben reichen, und direkt darüber den Großen Wagen.

Ein grüner Polarlichtvorhang über einem See bei Ottawa in Kanada, darüber der Große Wagen am Himmel
Mein erstes Polarlicht in Ottawa. Auf dem Foto waren die Farben viel deutlicher als mit bloßem Auge.

Laut NASA sind die Sensoren digitaler Kameras so empfindlich, dass sie Polarlichter aufzeichnen, die man mit bloßem Auge nicht sieht. Handys belichten lange und legen mehrere Bilder übereinander, um das Rauschen zu senken. Wenn der Himmel nur schwach hell wirkt, mach trotzdem ein Testfoto. Zeigt sich auf dem Display Grün, ist das das Polarlicht.


Was du mitnehmen solltest

  • Ein Stativ oder eine Handyhalterung. Belichtungen dauern von wenigen Sekunden bis zu einer halben Minute, zu lang, um das Handy ruhig zu halten. Kein Stativ? Leg das Handy auf einen Stein, eine Motorhaube oder sogar eine Mütze.
  • Eine Powerbank. Akkus entleeren sich in der Kälte schnell. Bewahre Handy und Ersatzakku in einer Innentasche auf, wenn du nicht fotografierst.
  • Eine rote Stirnlampe. Sie schont deine Nachtsicht. Dreh auch die Display-Helligkeit ganz herunter.
  • Handschuhe im Zwiebelprinzip. Dünne Touchscreen-Handschuhe unter dicken Fäustlingen machen das Ändern der Einstellungen viel leichter.

Prüfe vor dem Aufbruch die Wolken. Egal wie stark das Polarlicht ist: Durch eine geschlossene Wolkendecke kannst du es nicht fotografieren. Ich nutze die Sichtbarkeitsbewertung in Aurora Eos, um Wolken, Dunkelheit und Mondlicht auf einmal zu prüfen, bevor ich entscheide, ob ich rausgehe.

Standortbildschirm von Aurora Eos mit Bewölkung, Sichtbarkeit, Mond, Dunkelzeit und der Gesamtbewertung der Beobachtungsbedingungen
Dichte Wolken ziehen die Bewertung auf Schlecht, selbst bei gutem Mond und voller Dunkelheit.

Polarlicht-Einstellungen fürs Handy

Verstehe sie als Startwerte und passe sie nach ein paar Testfotos an, je nachdem, wie hell das Polarlicht ist und wie viel Licht in der Umgebung ist. Schalte bei jedem Handy den Blitz aus und verzichte auf den digitalen Zoom.

Spickzettel mit Polarlicht-Kameraeinstellungen: iPhone-Nachtmodus auf Max, Samsung Galaxy im Pro-Modus mit ISO 800–1600 und 10 Sekunden, Pixel Nachtsicht mit Astrofotografie und eine Kamera mit f/2.8, ISO 1600, 15 Sekunden
Startwerte je Gerät. Bewegt sich das Polarlicht schnell, verkürze die Belichtung.

iPhone: Nachtmodus auf Max stellen

Der Nachtmodus funktioniert ab dem iPhone 11 und schaltet sich im Dunkeln automatisch ein. Tippe auf den Pfeil oben im Bildschirm, tippe auf die Taste für den Nachtmodus und schiebe den Regler auf Max, um länger zu belichten. Aus der Hand sind meist bis zu etwa 10 Sekunden möglich. Auf einem Stativ erkennt dein iPhone, dass es ruhig steht, und erlaubt bis zu 30 Sekunden.

  • Nimm die 1x-Hauptkamera. Sie ist das lichtstärkste Objektiv.
  • Schalte den 3-Sekunden-Selbstauslöser ein, damit das Tippen auf den Auslöser das Bild nicht verwackelt.
  • Wird das Foto zu hell, senke die Belichtung etwas. Ein Himmel, der wie Tag aussieht, verbirgt in Wahrheit das Polarlicht.

Samsung Galaxy: Feinabstimmung im Pro-Modus

Galaxy-Handys können Polarlichter im Nachtmodus aufnehmen, aber die Werte selbst im Pro-Modus einzustellen liefert konstantere Ergebnisse. Öffne die Kamera-App, tippe auf Mehr, dann auf Pro, und starte hiermit:

  • ISO 800–1600. Geh nur höher, wenn das Polarlicht schwach ist.
  • Verschlusszeit: 10 Sekunden.
  • Manueller Fokus auf Unendlich (∞).
  • Ein 2-Sekunden-Timer.

Google Pixel: Nachtsicht mit Astrofotografie

Öffne auf dem Pixel die Nachtsicht (Night Sight) und stelle das Handy auf ein Stativ oder eine feste Unterlage. Erkennt es, dass es ruhig steht, schaltet der Auslöser in den Astrofotografie-Modus. Er nimmt 16 Belichtungen von je 16 Sekunden auf und verrechnet sie, sodass eine einzelne Aufnahme bis zu vier Minuten dauern kann. Das ist ideal für Sternenhimmel, aber wenn das Polarlicht schnell tanzt, können die Vorhangformen verschmieren. Lass die Astrofotografie dann weg und mach stattdessen mehrere kürzere Nachtsicht-Aufnahmen.

Mit einer Kamera

Mit einer spiegellosen Systemkamera oder Spiegelreflexkamera empfiehlt Visit Norway den Start bei f/2.8, ISO 1600 und 15 Sekunden. Öffne die Blende so weit, wie dein Objektiv es zulässt (f/1.4 bis f/4), und wähle je nach anderem Licht, etwa dem Mond, einen ISO-Wert zwischen 800 und 3200. Fokussiere manuell: Zoome auf einen hellen Stern und stelle nach, bis er so klein wie möglich ist. Bewegt sich das Polarlicht schnell, nimm eine kürzere Verschlusszeit, damit die Details der Vorhänge erhalten bleiben.


Fotografieren rund um den Novembermond

Der Mond beeinflusst, wie gut du das Polarlicht siehst und wie deine Fotos aussehen. Im November 2026 fällt der Neumond auf den 9. November und der Vollmond auf den 24. November. Eine Nacht-für-Nacht-Übersicht, wann der Mond untergegangen ist, findest du in Beste Zeit für Nordlichter im November und Dezember 2026: Mondkalender und die dunkelsten Nächte.

Rund um den Neumond: auch schwache Polarlichter einfangen

Ohne Mond ist der Himmel am dunkelsten. Schwache Polarlichter treten gut hervor, und die Sterne füllen dein Bild. Der Boden wird allerdings tiefschwarz, such dir also einen Vordergrund mit klarer Silhouette, etwa eine beleuchtete Hütte oder ein Seeufer.

Vollmondwoche: Mondlicht als Lichtquelle nutzen

Ein heller Mond überstrahlt schwache Polarlichter, hat aber für Fotos einen Vorteil. Visit Norway nennt einen hellen Mond sogar als eine der besten Bedingungen, um Polarlichter mit dem Handy zu fotografieren. Mondlicht beleuchtet schneebedeckte Berge und gefrorene Seen und gibt deinem Vordergrund echte Details. Halte den Mond beim Fotografieren des Nordhimmels im Rücken, damit der Himmel nicht überstrahlt, und probiere einen etwas niedrigeren ISO und eine kürzere Belichtung.


Wann du das Handy zücken solltest

Laut NOAA ist das Polarlicht meist zwischen 22 und 2 Uhr Ortszeit am aktivsten. Unter dem Polarlichtoval, an Orten wie Tromsø oder Yellowknife, hast du selbst bei niedrigem Kp eine echte Chance. Weiter südlich hilft es zu wissen, wie hoch der Kp vorher steigen muss: In Oslo ist es Kp 5, in Berlin oder Hamburg Kp 9. Das habe ich Stadt für Stadt aufgeschlüsselt in Welcher Kp-Index für Polarlichter? Kp-Werte Stadt für Stadt

Große geomagnetische Stürme werden meist einige Tage im Voraus vorhergesagt, schalte also Benachrichtigungen ein. So geht's: Benachrichtigungen zur Vorhersage geomagnetischer Stürme erhalten. Draußen kann der Moment, in dem das Polarlicht plötzlich aufhellt, schnell vorbei sein. Richte deshalb Bildausschnitt und Einstellungen vorher ein und warte dann.


Zusammenfassung

Der Schlüssel zu Polarlicht-Fotos mit dem Handy ist keine teure Ausrüstung, sondern dass das Handy absolut ruhig steht. Starte beim iPhone mit dem Nachtmodus auf Max, beim Samsung Galaxy mit dem Pro-Modus bei ISO 800–1600 und 10 Sekunden und beim Pixel mit der Nachtsicht-Astrofotografie. Bewegt sich das Polarlicht schnell, verkürze die Belichtung.

Um den Neumond gelingen sogar schwache Polarlichter, und in der Vollmondwoche kannst du das Polarlicht über mondbeschienenen Landschaften einfangen. Wenn du diesen Winter auf Polarlicht-Reise gehst, übe die Einstellungen einmal vor der Abreise und behalte Wolken, Mond und Vorhersage zusammen in Aurora Eos im Blick. Ich wünsche dir großartige Bilder in der Nacht, in der sich der Himmel öffnet.

Quellen